Im Rahmen der antisexistischen Veranstaltungs-Reihe „Verdammt, nochmal!“ finden am Samstag den 19.11. zwei Workshops mit anschließendem Konzert statt.
„Schwule Rapper, es wird Zeit, dass wir Tacheles sprechen…“
Sookee
Männlichkeitsentwürfen und (Hetero-)Sexismus im deutschsprachigen Rap. Der Input gibt einen Einblick in die Entstehung, Potentiale und problematischen Aspekte von Rap. Aufbauend auf Theorien zur Konstruktion von Geschlecht und aus der kritischen Männerforschung wird der Zusammenhang von Männlichkeitsentwürfen und (hetero-)sexistischen Images und Performances im deutschsprachigen Rap thematisiert. Hierbei geht der Input vor allem auf sprachliche Mechanismen ein, diskutiert die Verquickung von Gewalt und Sexualisierung und setzt sich mit dem Aspekt der Mehrdeutigkeit auseinander: Wie sind Männlichkeitsvorstellungen und (hetero-)sexistische Lines in Rap-Texten einzuordnen? Lassen sie sich alle eins zu eins übersetzen oder handelt es sich um bloße Ironie?
Welche Rolle spielen hier rassistische Diskurse der Mehrheitsgesellschaft? Abschließend geht es um den Umgang mit den angesprochenen Rappern (es sind ausschließlich Männer) in der medialen Öffentlichkeit und um die Frage, wie auf die genannten Phänomene reagiert werden kann.
„Sexismus? Gibts bei uns nicht!?“
Autonome Neuköllner Antifa (ANA)
Auch wenn das Repertoire des sogenannten Selbstlabelings der Linken Szene in den letzten Jahren um den Begriff des Antisexismus erweitert worden ist, können wir immer wieder feststellen, dass dies kaum Konsequenzen für die eigene Politische Praxis bedeutet. Sexismus, offen oder chiffriert, tritt immer wieder in unterschiedlichsten Formen zu Tage, nicht zuletzt in Räumen und sozialen Konstellationen, die als
eigentlich save gelten. Um den Mythos des Freiraums und oder der ach so reflektierten Gruppe erhalten zu können, werden sexuelle Übergriffe auch mal kleingeredet oder negiert. Diese Zustände nehmen wir zum Anlass, uns einmal eingehender mit den Ursachen dieser Missstände zu beschäftigen und uns über mögliche Tipps zu Verhaltensweisen und reflektierenden Methoden auszutauschen.
Im Anschluss Konzert:

Sookee (Rap, Berlin)
Weder King noch Queen und trotzdem beides: Sookee ist QUING und stellt HipHop-Klischees ein subversives Bein. Ohne jegliches Mackergepose, doch mit viel Wut und positiver Energie.
Beginn 18:30. Mehr Infos: aka_muc
Sa. 19.11. Doch Naziaktion in München
A.I.D.A.:
Das Verbot ihrer am Samstag, 19. November 2011 am Heimeranplatz geplanten Kundgebung haben sie nicht juristisch angefochten. Die Neonazis des Neonazinetzwerks „Freies Netz Süd“ (FNS) mobilisieren nach a.i.d.a.-Informationen nun jedoch zu einer bisher nicht angemeldeten Aktion um 12.00 Uhr am Ostbahnhof!
(…)
Dabei handelt es sich nach aktuellen Informationen offenbar um einen Sammlungs- und Schleusungspunkt, vor allem für auswärtige Neonazis. Der „Freies Netz Süd“-Aktivist Norman Bordin hat einen Aufmarsch vom U-Bahnhof „Am Hart“ zum Landesamt für Verfassungsschutz in der Knorrstraße und zurück angemeldet. Losgehen soll es um 13.00 Uhr. (Weiter)
Do. 17.11. Kontingente Höhepunkte
– ein Workshop über Sexualität, Orgasmen und Geschlechtsidentitäten
Christine K.
Die herrschende Norm zur Sexualität ist heute, dass „es“ Spaß machen soll, und zwar allen
Beteiligten. Das ist ja – gerade im historischen Vergleich – erstmal keine schlechte Sache, sondern, gemessen an früheren Normen (bspw. Sexualität soll vor allem der Fortpflanzung dienen) grundsätzlich eine begrüßenswerte Entwicklung. Dass an diese Norm allerdings genauso wie an früheren auch Machtprozesse anknüpfen, die viel dazu beitragen, das herrschende Geschlechterverhältnis zu stabilisieren oder sogar es mit hervorbringen, ist aber auf den ersten Blick nicht so sichtbar. In diesem Workshop wollen wir nach einer kurzen theoretischen Einführung zu Sexualität und Macht anhand von Texten über den Orgasmus quasi lernen, mit einem kritischen Blick auf den Sexualitätsdiskurs diese Machttechniken zu erkennen.
Referentin ist eine Aktivistin aus München. Der Workshop beginnt um 20:00 Uhr.
Mi. 23.11. Geschichte der Piraten

Und dazu wie immer leckere Vokü, Getränke und Musik.
Beginn: 20:30 Uhr
23. und 24.11: Veranstaltungen mit Gabriel Kuhn
16.11.11 Treffen der Diskussionsplattformen und letztes Vorbereitungstreffen zum Diskussionsbrunch im Infoladen
23.11.11 Buchvorstellung Unter dem Jolly Roger – Piraten im goldenen Zeitalter“ im Mittwochskafe ab ca. 20.00
24.11.11 Diskussionsbrunch: Jenseits von Staat und Individuum von 11.00 – 14.00 im Infoladen
Am Donnerstag, den 24.11.11 werden wir im Infokafe von 11.00 – 14.00 einen Diskussionsbrunch mit dem Unrast-Autor Gabriel Kuhn anbieten. Wir hätten gerne etwas mehr als eine reine Buchvorstellung mit anschließender Diskussion. Doch was dann? Es liegt an uns: Was könnte gemeinsam aus uns, dem Text, dem Autor und der Veranstaltung entstehen?
Letztes Vorbereitungstreffen ist am Mittwoch, den 16.11. ab 20.30
Falls ihr Interesse habt, dann schaut vorbei oder schreibt uns: infokafe@riseup.net
Dass „I woas’s“ und „Genau-so-is’s“ bitte dringend zu Hause bleiben sollten, versteht sich von selbst.
Sa. 5.11. Brat Pack + Nihil Baxter + Riot Reiser + Ämbonker
Brat Pack (Punk, Nijmegen, NE)
Hardcore/Punk mit 80er Feeling. Dreckig, rotzig oldschool-lastig.
Nihil Baxter (Thrashcorepunk, BaWü)
Thrashcore-Granate…
Riot Reiser (Punk, München)
Hardcorethrashpunk. Angeblich bald tot, also angucken!
Ämbonker (HC-Punk, München)
Wüster Krach aus München.
Fr. 4.11. Filth In My Garage + Abyss AD + Moses Golem

Filth In My Garage (Mathcore, Mailand)
„illogical / math / rocky hardcore with a positive attitude…“
Abyss AD (HC, Bayern)
„klingt wütend, düster und brachial“
Moses Golem (Progrock, München)
Experimenteller Rock…
Do. 3.11. Antifa Café
„Sekundärer Antisemitismus“, Nationalismus oder „verkürzter Antikapitalismus“?
Zu den Motiven für Judenfeindschaft in der Linken.
Die Diskussion über Judenfeindschaft in der Linken ist 2011 wieder entflammt, diesmal in Bezug auf die Partei ‘Die Linke’. Bis heute streitet man sowohl über die Tatsache, dass es Judenfeindschaft in der politischen Linken gab und gibt, als auch über die verschiedenen Gründe.
Der Vortrag wird drei Entwicklungsstränge beleuchten:
Erstens die Erinnerungs- oder Schuldabwehr, die die Frankfurter Schule als »sekundären Antisemitismus« bezeichnete; zweitens den linken Nationalismus, der für den Antiimperialismus eine wichtige Rolle spielt; und drittens den Ansatz Moishe Postones, Antisemitismus als eine besondere Weise eines »personifizierten Antikapitalismus« zu verstehen. Während die ersten beiden Entwicklungsstränge heutzutage für den Antizionismus und die »Israelkritik« relevant sind, bezieht sich der dritte Ansatz auf das Verständnis von Arbeit, Kapital und Herrschaft. Der Vortrag wird zeigen, inwieweit dies auch die globalisierungskritische Bewegung betrifft.
Mit Olaf Kistenmacher, Historiker aus Hamburg.
Außerdem wie immer Antifa-News und kalte Getränke. In der Küche zaubert das Kulinariat.

Beginn 21 Uhr.
Mi. 02.11. Antifa Teheran
Iran, 2009/2010: Damit verbinden wir in erster Linie Massendemonstrationen und Straßenschlachten zwischen regimekritischen Demonstrant_innen und dem ideologisch- paramilitärischen Arm des Staates. Wir erinnern uns an die brutale Repression mit toten Demonstrant_innen, Folter und Hinrichtungen. Ein Wahlbetrug löste das Erwachen einer Generation und das Entstehen einer Freiheitsbewegung aus. Die IRI (Islamische Republik Iran) wackelte und schlug um sich. Trotz scheinbar eingekehrter Ruhe auf den Straßen des Irans und einer Verschärfung der repressiven Lage scheint die Idee, dass der Gottesstaat einen irreparablen Schlag erlitten hat, nicht abwegig.
Gemeinsam versuchen wir, uns einen Überblick über die hochbrisanten Ereignisse im Iran zu verschaffen. Was steckt hinter der „grünen Bewegung? Ist diese Bewegung bereits zerbrochen, oder hat sie eine Zukunft? Vor allem jetzt, im Hinblick auf die revolutionären und aufständischen Wellen im arabischen Raum, müssen wir die Situation im Iran im größeren Kontext betrachten und uns fragen: Was hat der iranische Protest 2009/2010 mit den aktuellen Kämpfen in Tunesien, Ägypten, Libyen, Jemen und Syrien zu tun? Welche Rolle spielt das Regime in diesem brisanten und geopolitisch relevanten Teil der Welt? Und was für Konsequenzen hat es, wenn das Scheiss-System IRI endlich fällt – oder eben bestehen bleibt?
Wir richten den Blick auch zu uns: Wie reagierten BRD und EU auf die Aufstände im Iran und ihre Unterdrückung, insbesondere Deutschland, das tief in wirtschaftliche Beziehungen mit dem iranischen Regime verwickelt ist? Und was wollen wir mit der Kampagne „Antifa Teheran“? Wir erzählen von unserer kritischen Solidaritätsarbeit und was das mit einer Intervention in Diskurse hier vor Ort zu tun hat.
Beginn: 20:30 Uhr
Danach Party mit Aufgelege im Saal und Raum 2


