Mi. 17.09.: Faschismus oder was? – Vortrag und Diskussion mit Peter Bierl

„Wer von Populismus spricht, verharmlost. Der Begriff Rechtsextremismus suggeriert, eine demokratische Mitte würde von den Rändern bedroht, und schert Linke wie Rechte über einen Kamm. Faschismus scheint unangemessen, wenn Rechte nicht im Braunhemd und Springerstiefel daherkommen und die Linke selbst hat den Begriff durch wahllosen Gebrauch verschlissen. Typisch für den historischen Faschismus wie heutige rechte Bewegungen ist die Vielfalt. Die Entwicklung speist sich aus vielen Quellen, bis Unmenschliches allzu vielen als normal erscheint. Rechtslibertäre wie Linksnationalist:innen, Esoteriker:innen wie Querdenker:innen tragen dazu bei. Parteien bis hin zur Sozialdemokratie übernehmen rechte Positionen, etwa die Abschottungspolitik. Konservative und Liberale paktieren mit Faschist:innen in Italien oder den Niederlanden.

Rechte Bewegungen pflegen Antisemitismus, Rassismus und Antifeminismus, Hass- und Gewaltfantasien. Sozialdarwinismus ist allerdings nicht bloß Hirngespinst, sondern Menschen werden im Alltag einer Konkurrenzgesellschaft in Gewinner und Verlierer sortiert. Nationalismus ist keine Erfindung des Faschismus, sondern die Nation der ideologische Kitt von Staat und Gesellschaft, den von Habeck bis Wagenknecht alle beschwören. Was also ist das Besondere an erfolgreichen rechten Bewegungen? Wenn Begriffe als Griffe dienen sollen, um die Wirklichkeit zu verstehen und zu verändern, welcher wäre für sie angemessen? Peter Bierl stellt dazu in seinem Vortrag einige Überlegungen zur Diskussion.“

Peter Bierl ist Journalist, Politikwissenschaftler, Mitglied der Gewerkschaft Verdi und lebt in der Nähe von München.

Zuletzt sind von ihm erschienen „Einmaleins der Kapitalismuskritik“ (erweiterte zweite Auflage, 2025), „Unmenschlichkeit als Programm“ (2022), „Die Legende von den Strippenziehern: Verschwörungsdenken im Zeitalter des Wassermanns“ (2021) sowie „Die Revolution ist großartig – Was Rosa Luxemburg uns heute noch zu sagen hat“ (2020).

Dazu wie immer Getränke, leckeres veganes Essen und Gutscheintausch. Geöffnet ab 20:00 Uhr – Vortrag um 21:00 Uhr.

In Kooperation mit dem Kurt Eisner Verein.

Sommerpause / summer break

Wir sind in der Sommerpause. Im September geht’s wieder los. Guckt regelmäßig mal auf unseren Blog.

Summer break! See you in September. Check our blog regularly.

Fr. 11.7. & Sa. 12.7.: Freitagskafe-Fest 2025

Seit 27 Jahren schmeißt das Freitagskafe-Kollektiv den Freitag im selbstverwalteten Kulturzentrum Kafe Marat. Jedes Jahr im Juli gibt es eine Jubiläumssause mit vielen großartigen Bands.

Freitag 11.7.

Fatigue (Berlin)
FLINTA* Punk/Riot/Grunge-Band

Hete (Ravensburg)
Dark Garage aus Ravensburg

Malatesta (München)
Hardcorepunk/Neocrust

Furiosa (München)
Treibender Power Punk

Fab (München)
Feminist Synthpunk

Samstag 12.7.

Disgusting News (Bielefeld)
Antifascist DIY-Hardcorepunk

Anti-Corpos (Berlin)
Queer feminist noisy Punk

Frana (Mailand, IT)
Noisy Post-Punk aus Mailand

Tipping Points (Köln)
Zwischen Eggpunk, Cybergrind & Pop

Erleuchtung und Rufo (München)
Experimenteller Pop-Punk

+ Party, vegan food, Gutscheintausch

Offen jeweils ab 19 Uhr, die erste Band startet um 20 Uhr

 

Fr. 4.7.: Freitagskafe

Das letzte reguläre Freitagskafe vor der Sommerpause (bis auf das Freitagskafefest am 11. und 12.7. natürlich). Hofbar, Essen und Musik, iced coffe, affogato, Drinks… Offen ab 20 Uhr

Do. 3.7.: Antifa Café Outdoor Edition: Schauplätze der Räterepublik

Eine kleine historische Rundreise

Im November 1918 stürzt eine Revolution, getragen überwiegend von Arbeiter*innen und Militärangehörigen, das deutsche Kaiserreich und trägt ihren Teil dazu bei das Grauen des Ersten Weltkriegs zu beenden. Überall in Europa setzen Linke alles daran, dass diese Revolution weitergeht; eine klassenlose Gesellschaft soll Wirklichkeit werden. In München wird der Bayerische König fortgejagt und der Revolutionär Kurt Eisner ruft den Freistaat aus. Die bayerische Landeshauptstadt wird zum Experimentierfeld linker Gesellschaftsentwürfe. Ein parlamentarisches System mit linkssozialdemokratischer Regierung und die Arbeiter- und Soldatenräte existieren zeitgleich. Obwohl Anarchist*innen, linke Sozialdemokrat*innen, Kommunist*innen ganz verschiedene Strategien verfolgen, um eine radikal andere Gesellschaft, Wirtschaft und Politik Wirklichkeit werden zu lassen, rufen sie im April 1919 nach der Ermordung Kurt Eisners die Bayerische Räterepublik aus: Ein letzter Versuch, die Revolution zu retten und weiterzuführen – jedoch vergeblich. Im Mai 1919 wird die Revolution von der Reichswehr unter Kommando der Mehrheitssozialdemokraten und Freikorps, die zu Keimzellen des Nationalsozialismus werden sollten, blutig niedergeschlagen.

Im Antifa Café im Juli verlassen wir unseren gewohnten Ort und besuchen mit euch wichtige Orte dieser Episode der Münchner Geschichte.

Weil wir ein bisschen Wegstrecke machen wollen, bringt nach Möglichkeit Fahrräder oder ähnliches mit, aber wir versuchen, ein Tempo zu finden, das für alle passt.

Los geht’s am Kafe Marat um 20 Uhr.

Mi. 2.7.: Hofkafe mit DJ Dual + DJ Chlochard

Sommer, Sonne, Hofkafe!

Am 02.07. präsentieren uns DJ Dual und DJ Chlochard allerfeinste Tunes für einen entspannten Sommerabend im Hof. Dazu gibt es die üblichen Mittwochskafe-Wohlfühlfaktoren, kalte Drinks, leckeres veganes Essen und vielleicht auch noch das ein oder andere Getränkespecial.

Außerdem könnt ihr an diesem Abend wieder euer Bargeld gegen Gutscheine tauschen um geflüchtete Menschen zu unterstützen.

Offen ab 20 Uhr, kommt vorbei!

Fr. 27.6.: Antifa Spritz – Solibar

OAT goes Freitagskafe – diesen Freitag (27.06.) den warmen Sommertag mit einem Spritz ausklingen lassen und dabei Genoss*innen unterstützen!


Wie immer ab 20:00 Uhr im Kafe Marat

Fr. 20.6.: Der Judenhass – Eine Geschichte ohne Ende?

Mit Sebastian Voigt und Nina Rabuza

Weltweit verschärft sich der Hass auf Jüdinnen und Juden. Der Judenhass beginnt seine über 2500-jährige Geschichte
im christlichen Antijudaismus, zeigt sich im zunehmenden Ausschluss der Juden im Mittelalter und spitzt sich im 18. und 19. Jahrhundert im bürgerlich-politischen Antisemitismus zu. Er kulminiert ideologisch in der Wannseekonferenz, wird mörderisch in Auschwitz. Der Historiker Sebastian Voigt hat mit dem Buch „Der Judenhass. Eine Geschichte ohne Ende?“ eine dichte Geschichte des Judenhasses geschrieben und zeigt auf, wie die Anpassungsfähigkeit des Antisemitismus zu seinem Fortbestand bis heute beiträgt.

Offen ab 20 Uhr

 

Fr. 6.6.: Cocktailabend

Am Freitag gibt’s passend zum Wetter leckere Drinks, auch ohne Alkohol. Kommt vorbei und kostet euch durch die Auswahl.

Offen ab 20 Uhr